Viele Hausbesitzer haben Angst vor der Stromrechnung und fragen sich, ob Heizen mit Strom nicht unbezahlbar ist. Diese Angst stammt noch aus der Zeit der alten Nachtspeicheröfen aus den achtziger Jahren, die wirklich Stromfresser waren. Ein modernes Infrarotpaneel hat mit einem Nachtspeicherofen aber nichts gemeinsam, weil es völlig anders heizt und durch die intelligente Regelung nur einen Bruchteil der Energie verbraucht.

Der große Unterschied liegt in der Funktionsweise
Ein Nachtspeicherofen hat die Luft im Raum aufgeheizt, die sofort beim Lüften wieder verschwunden ist. Sie haben also ständig die Umgebung geheizt. Ein Infrarotpaneel erwärmt wie die Sonne feste Körper, also Wände, Böden und Möbel. Diese speichern die Wärme und geben sie über Stunden wieder ab. Das Haus wird dadurch viel träger und kühlt deutlich langsamer aus. In der Praxis bedeutet das, dass ein Haus, das einmal mit Infrarot durchgewärmt wurde, nur noch etwa sechzig Prozent der Energie benötigt, die es am ersten Tag gebraucht hat. Dieser Speichereffekt ist der Grund, warum der reale Verbrauch in gut gedämmten Häusern viel niedriger ist als die rein theoretische Heizlastberechnung vermuten lässt.
Rechenbeispiel für eine 70 Quadratmeter Wohnung
Nehmen wir eine typische sanierte Drei-Zimmer-Wohnung mit siebzig Quadratmetern. Der Vermieter hat die Gasetagenheizung ausgebaut und Sie müssen sich selbst um die Heizung kümmern. Eine neue Gasheizung wäre genehmigungspflichtig, teuer und benötigt einen Kamin, den es nicht gibt. Sie installieren vier Infrarotpaneele mit insgesamt dreitausend Watt Leistung für etwa zweitausendfünfhundert Euro inklusive Thermostaten. Der jährliche Heizbedarf liegt bei etwa viertausendfünfhundert Kilowattstunden. Bei einem Strompreis von achtundzwanzig Cent kostet das Heizen etwa eintausendzweihundertsechzig Euro pro Jahr. Klingt viel, aber Sie zahlen keine Grundgebühr für Gas, keine Wartung, keinen Schornsteinfeger und keine Reparaturen. Wenn Sie die Kosten für Gasgrundgebühr und Wartung von etwa dreihundertfünfzig Euro abziehen, sind Sie fast gleichauf mit einer Gasheizung, haben aber null Risiko und volle Kontrolle über Ihre Heizung.
Die drei Szenarien, in denen Sie definitiv gewinnen
Es gibt drei Szenarien, in denen sich Infrarotpaneele immer lohnen. Erstens, Sie vermieten eine Wohnung. Als Vermieter wollen Sie keine teure Heizungsanlage kaufen, die der Mieter kaputt machen kann und die Sie warten müssen. Sie installieren Paneele für wenig Geld und der Mieter zahlt den Strom direkt, ohne dass Sie sich um Abrechnungen kümmern müssen. Zweitens, Sie haben ein Haus mit sehr unterschiedlichen Nutzungszeiten. Das Kinderzimmer wird den ganzen Tag geheizt, das Schlafzimmer nur abends, das Gästezimmer nur am Wochenende. Mit einer Zentralheizung heizen Sie immer das ganze Haus. Mit Infrarot heizen Sie nur den Raum, den Sie wirklich nutzen, und sparen dadurch bis zu vierzig Prozent Energie. Drittens, Sie planen eine Photovoltaikanlage. In diesem Fall produzieren Sie Ihren Heizstrom selbst und sind unabhängig von steigenden Energiepreisen. Gerade in den letzten zwei Jahren haben die Gaspreise gezeigt, wie gefährlich die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen ist, während die Sonne jeden Tag kostenlos liefert.
Lohnt es sich also ja oder nein?
Ja, es lohnt sich, aber nur wenn Sie es richtig planen. Kaufen Sie keine billigen Paneele ohne CE-Zeichen aus einem unbekannten Onlineshop, dimensionieren Sie die Leistung nicht zu schwach und investieren Sie unbedingt in gute Thermostate mit App-Steuerung. Wenn Sie diese drei Regeln befolgen und Ihr Haus zumindest durchschnittlich gedämmt ist, werden Sie mit Infrarotpaneelen nicht nur günstiger heizen als mit einer neuen Gasheizung, sondern auch viel mehr Komfort und ein gesünderes Raumklima genießen, weil die Wände endlich trocken und warm sind.